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Rückblick und meine Zusammenfassung der Reise auf der Seidenstrasse

Was waren meine Erwartungen an diese Reise?

In erster Linie wollte ich die Länder an der Seidenstraße kennenlernen, die Kulturen erleben, den Menschen begegnen und die Sehenswürdigkeiten entdecken.
Auf dieser Reise wurden meine Erwartungen und Bedürfnisse weit übertroffen und ich bin uneingeschränkt glücklich, diese Reise unternommen zu haben.

Erfahrungen:

Mit der Reise gen Osten fand auch eine Zeitreise in die Vergangenheit statt. Ab Albanien ist es mir vorgekommen, als wenn sich die Zeit Stepp by Stepp zurückdrehte. Angefangen, dass mir Eselskarren begegnet sind oder ich Infrastrukturen aus vergangenen Tagen sehen und erleben konnte.
Auch die Kombination von Traditionellem mit Neuzeitlichem war beeindruckend, z. B. wenn ich einen Bauer auf seinem Esel hab reiten sehen und er gleichzeitig mit dem Mobilphone telefonierte. Ein anderes Bild war z. B. auch, wenn die ganze Familie einen Ausflug ins Grüne mit 4 Personen (Mann und Frau mit 2 Kindern und natürlich noch den Picknickkorb am Arm) auf einem kleinen Moped unternimmt, oder das „Plumpsklo“ und die Dusche mit Schöpfkelle….

Auf meiner Reise bin ich kein Mal persönlich bedroht worden (ausgenommen an der türkisch/iranischen Grenze die Steinewerfer), oder musste Angst um meine Ausrüstung haben. Den Wünschen nach „kleinen Geschenken“ bzw. Bestechung habe ich widerstanden und Geld für Zuwiderhandlung im Straßenverkehr brauchte ich auch nicht zu zahlen. Meine Erklärung hierfür ist, dass man als Motorradreisender aus dem üblichen Raster (Beuteraster) fällt und als „Exot“ wahrgenommen wird, bei dem man nicht weiß, ob man ihn bedauern oder bewundern soll.

Die vielen Begegnungen mit den Menschen in diesen Ländern wird mir unvergessen bleiben und ich war mehr als einmal tief beeindruckt (oder auch beschämt) von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit dieser Menschen, obwohl sie z. T. materiell viel schlechter gestellt sind als wir hier.

Der Iran hat mich am meisten auf meiner Reise überrascht. Im Vorfeld war ich schon ein wenig nervös, in den Iran zu reisen, da ich die Sprache Farsi weder lesen noch verstehen kann. Sich komplett als Analphabet zu fühlen, ist nicht so toll. Das bedeutet, keine Straßenschilder lesen zu können od. dem Tankwart nicht erklären zu können, dass ich Benzin tanken möchte….
Aber die Bedenken waren haltlos, es sprechen sehr viele Menschen im Iran Englisch und die Straßenschilder sind fast immer 2sprachig.
Im Iran bin ich so vielen freundlichen und interessierten Menschen begegnet und sehr beeindruckt von den einmaligen Sehenswürdigkeiten. Auch besteht der Iran nicht nur aus Wüste und Felsen, sondern er hat sehr unterschiedliche Landschaften mit hohen Bergen oder Meeresküsten und grünen Wäldern mit Wasserfällen…

Auf meiner Reise habe ich 17 Länder durchquert, angefangen von Tschechien, Österreich, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisien, Kasachstan, Russland, Lettland, Litauen und Polen.

Ein paar Anmerkungen zur Ausrüstung für diese Reise:

Um die Reichweite meines Motorrades auf 500 – 600km ohne Tankstopp auszudehnen, habe ich 2 Reservekanister mit je 5 Ltr. an meine Koffer montiert. Die Reservekanister habe ich auch 3x dringend benötigt.
Die Befestigung der Kanister mit Gurten an den Koffern mit den Haltern von Touratech würde ich das nächste Mal verbessern. Der Fuß des Halters ist für einen Standardreservekanister zu klein und müsste vergrößert werden.

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  • Die Reifen von Conti vom Typ TKC80 waren für die Reise der ideale Kompromiss zwischen Strassentauglichkeit, Offroad Anforderungen und Laufleistung. Die Reifen hatten bei mir nach ca. 15.000km noch genügend Profil. Die erhöhten Laufgeräusche der Stollenprofile oder die sägezahnförmige Abnutzung (Vibration der Maschine bei langsamer Fahrt) des Vorderreifens durch die Vorderradbremsungen, sehe ich als vertretbare Einschränkung an.
  • Das Navigationsgerät von Garmin vom Typ Zümo 660 hat sehr gute Dienste geleistet und einwandfrei funktioniert. Besonders hilfreich war die Navigation nach sogenannten Tracks in Zentralasen bzw. in den Ländern, von denen ich keine routingfähigen Karten hatte. Die Tracks habe ich auf Google Maps Karten im Internet erstellt und mit Routeconverter in das entsprechende Garminformat konvertiert. Die Karten von Openstreetmaps habe ich nicht ausprobiert, sie sollen aber nach Aussagen von z. B. Adrian recht gut funktionieren. Die abschließbare Lenkerhalterung von Touratech halte ich für eine gute Ergänzung, damit auch bei Offroadfahrten und entsprechenden Vibrationen das Navi nicht aus seiner Halterung fällt.Sowohl die Garmin Routen und geplanten Tracks als auch z. T. die  gefahrenen Tracks von Zentralasien und dem Pamier Highway liegen zum Download auf einem 1&1 Server.
  • Die Ladestation auf dem Motorrad über einen USB Adapter ist mir allerdings auf der Reise ausgefallen. Die Vibrationen durch die Offroadstrecken haben die Mechanik unbemerkt zerlegt und dann zu einem Kurzschluss in der Elektrik geführt. Gott sei Dank hatte ich die Leitung mit einer 5Amp. Sicherung abgesichert, so dass kein weiterer Schaden oder Ausfall entstanden ist.
  • Das Motorrad, die BMW R850GS als Reiseenduro, war absolut zuverlässig und hat mir durch den großen Federweg und seinem Handling einen hohen Reisekomfort und Sicherheit gegeben. Auf dieser Reise habe ich mit dieser Maschine eine Strecke von 27.680km zurückgelegt, 10% über Plan. Die Maschine hat jetzt am Ende der Reise 77.000km gelaufen und ist 12 Jahre alt. Ich würde ohne Bedenken mit dieser BMW eine weitere Strecke von 30.000km fahren.
    Der Benzinverbrauch lag je nach Reisegeschwindigkeit zwischen 4,7 – 6 Ltr. pro 100km. Der Ölverbrauch war mit einem 1/2 Ltr. auf der gesamten Strecke vernachlässigbar. Werkzeug und Ersatzteile habe ich bis auf die üblichen Verschleißteile nicht benötigt.
    Die Ersatz/Verschleißteile hatte ich per DHL vorausgeschickt und einen Service auf der Hälfe der Strecke eingeplant, haben gut funktioniert.PS: Mein BMW Zündkerzenschlüssel vom BMW Boardwerkzeug hätte doch für das Quad in Tadschikistan gepasst. Aber ich war so darauf bedacht, aus der gottverdammten Kaserne wieder herauszukommen, dass ich den Schlüssel nicht herausgeholt habe.

Die Alu-Koffer von Touratech haben einige Umfaller gut überstanden und ließen sich einfach wieder ausbeulen.

Hinweis:
Sollte sich mechanisches Spiel in der Kofferbefestigung zeigen, ist es wichtig, dieses Spiel so frühzeitig wie möglich zu beseitigen. Bei Schotterpisten und schlechten Straßenverhältnissen führt dieses Spiel zu weiteren Schäden. Dies gilt natürlich für alle Teile, die durch Vibrationen belastet werden. Ich bin diesem Spiel zu spät nachgegangen und hatte dadurch nachher noch einen Riss im Koffer als Folge.

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  • Zelt- und Campingausrüstung haben sich als wichtige Ausweichmöglichkeit dargestellt, wenn mal kein Homestay, Hostel oder Hotel zu finden war. Die 6cm therm a rest Matte hat in der Nacht für den Schlafkomfort gesorgt. Für die unterschiedlichen Klimazonen hatte ich 2 Schlafsäcke dabei, einen für die sommerlichen Tage und einen, der bis zu -15° spezifiziert ist.
  • Mein kleines Familienalbum mit den Bildern meiner Fam. hat mir oft als gute Kommunikationsmöglichkeit gedient. Sogar an den Grenzen z. B. in Uzbekistan, waren die Zollbeamten danach lockerer drauf, nachdem sie mein soziales Umfeld und mich als Einzelreisender besser einschätzen konnten. Die Fragen nach versteckten Waffen oder Drogen haben sie dann nicht mehr gestellt oder wurden mit einem Schmunzeln gestellt und ich hab sie lachend mit nein beantwortet.
  • Kommunikationsmöglichkeiten:
    Skype als günstige Möglichkeit zu telefonieren, hat gut funktioniert. Skype gibt es auch für Smartphone mit Windows Betriebssystem. Über WiFi bin ich oft in den Hotels od. Straßencafés kostenlos ins Internet gekommen, war auch in Zentralasien weit verbreitet. In Hotels od. Internetcafés habe ich ferner einen Memorystick mit Portable Apps (E-Mailprogramm, Firefox, Bildbearbeitung …) genutzt und somit meine gewohnten Programme nutzen können. Es musste nur die Tastatur des Rechners auf Englisch umgestellt werden.
    In den verschiedenen Ländern habe ich mir immer für kleines Geld eine Prepaid Karte für ca. 10$ gekauft und konnte so recht günstig mit dem Smartphone im Internet surfen oder E-Mails abrufen.
    Fast alle Biker, die ich auf der Reise getroffen habe, hatten ein Netbook dabei und damit alle Kommunikationsmöglichkeiten gut beieinander.
  • Das Enduro Training für die Reise Offroad und Schotterpisten hat sich als sehr nützlich erwiesen. Auf meiner Reise hatte ich 4 Umfaller und 2 Stürze. Der eine Sturz passierte aufgrund eines Fahrfehlers in einem Bachbett und der andere dadurch, dass mich ein Taxifahrer in Osh angefahren hat und ich die Balance verloren habe. Verletzt habe ich mich bei all dem nicht.
    Beim letzten Umfaller in Kasachstan ist es mir gelungen, meine beladene Maschine mit Gesamtgewicht von ca. 310kg allein aufzurichten.Wie habe ich das hinbekommen?
    Auf dem Enduro Lehrgang hatte ich gelernt, wie man eine Maschine allein aufrichten kann: Hierzu wird der Lenker z. B. ganz nach rechts gedreht, wenn die Maschine auf der linken Seite liegt. Dadurch entsteht der größte Hebel am Lenker und das Gewicht wird über die Rundung des Vorderrades aufgerichtet. Man stellt sich auf die linke Seite der Maschine, fasst dann den äußersten Punkt des Lenkers mit beiden Händen und hat den Rücken zum Motorrad gedreht und hebt die Maschine mit seiner Maximalkraft an. Sobald die Maschine halb aufgerichtet ist, kann man mit dem Rücken gegen den Tank die Aufrichtung weiter umsetzen.

Statistik des Reisetagebuches und meiner Homepage:

Seit Einrichtung des Reisetagebuches sind 8.604 (Stand 30.8.2011) Besucher auf der Seite gewesen und haben sich die Beiträge angeschaut.
Meine Homepage hat seit Bereitstellung Anfang Jan. 2011 bis heute (30.8.2011) 7.736 Besucher gezählt und in das Gästebuch haben sich 89 Gäste eingetragen und einen Kommentar zur Reise und ihre Eindrücke abgegeben. In den letzten 8 Wochen waren täglich ca. 150 – 250 Leser auf der Homepage.

An dieser Stelle möchte ich meinen großen Dank für Eure/Ihre Aufmerksamkeit aussprechen. Diese Kommunikation/Aufmerksamkeit war mir auf der Reise eine große und unerwartete Hilfe!!!

Das Reisetagebuch ist ferner für mich eine gute Möglichkeit gewesen, meine z. T. heftigen Eindrücke mitzuteilen bzw. zu verarbeiten. Nebenbei bildet es auch eine gute Dokumentationsmöglichkeit, um auch später einigermaßen genau die Erlebnisse wieder abrufen zu können. Die Einträge in den Blog erfolgten größtenteils einfach per E-Mail und wurden mit meinem Smartphone während der schönen Pausen im Straßencafé od. sonstigen Ruhephasen geschrieben und waren damit keine hohe Belastung oder gar lästig.

Hiermit schließe ich mein Reisetagebuch und bedanke mich bei all den vielen Lesern für die Aufmerksamkeit und Zuwendung. Ganz besonders bedanke ich mich bei meiner Fam., die mich immer unterstützt und viel Verständnis für die Realisierung meines Traumes aufgebracht hat.

Euer/Ihr
Josef Lackhove

 

PS:
Das Reisetagebuch werde ich noch an der ein oder anderen Stelle ein wenig nachbearbeiten und Bilder ergänzen.

PPS:
Derzeit schwanken meine Gefühle zwischen sehr glücklich, wieder Zuhause angekommen zu sein und Bedauern, dass die wunderschöne Reise ihr Ende gefunden hat. Es wird wohl noch ein Weilchen so bleiben, vermute ich.

Ankunft in der Heimat nach 119 Tagen On Tour (26.8.)

Beim Start dieser Reise haben Egon und Michael mich begleitet und mir den Einstieg erleichtert.

Als ich in Polen war, hat sich Michael per E-Mail gemeldet und signalisiert, dass er wohl das letzte Stück der Reise mit mir zusammen fahren möchte. Dieses Angebot habe ich natürlich liebend gern angenommen und so haben wir einen Treffpunkt in Bad Gandersheim im Marktplatz Café am Freitag den 26.8. um 16:00 vereinbart.

Als ich dann um 16:00 voller Erwartung im Straßencafé sitze, kommt Michael Schütte mit seiner BMW 1200GS und wie ich sehe, nicht allein. Mit ihm sind noch Bernd Sievert mit seiner BMW, Otmar Fössing mit seiner KTM, Harald Schmidtke mit seiner Triumpf und Jörg Krampe mit seiner BMW mitgekommen. Man, war das eine schöne Überraschung und herzliche Begrüßung.

Den Rest der Strecke sind wir dann zusammen Richtung Aerzen gefahren, natürlich nicht den direkten Weg, sondern über Alfeld… und waren nach 1 1/2 Std. in Aerzen am Grehberg.

In Aerzen am Grehberg angekommen, wartet die nächste Überraschung auf mich. Hier steht ein mittelgroßes Empfangskomitee und begrüßt mich/uns. Angefangen mit meiner Frau, meinen Kindern Hannah und Theresa, den Nachbarn, den Freunden und einigen Kollegen wie Rolf Sievers, Klaus Dierkes mit Fam., Uwe Begemann, Hartmut Hahn, Ralf Guhl und Sabine Driehaus. Ich bin überwältigt und voll Freude.

Nach so einer langen Reise hab ich natürlich auch eine kleine Überraschung parat, einen großen Blumenstrauß für meine Frau. Die Überraschung ist mir auch gelungen.
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Entscheidung: Durch den Iran oder über Georgien u Aserbaidschan nach Turkmenistan u der Einstieg in eine unbekannte Komfortzone?

Es steht bei mir die Entscheidung an, ob ich durch den Iran (Route 1) oder die nördlichere Route über Georgien und Aserbaidschan (Route 2) nehme? Für beide Wege habe ich die Visa organisiert.

Kritisch vom Zeitfenster ist Turkmenistan mit einem 5 Tagevisum vom 13.6. bis 17.6. Es wurde kein längeres Visum ausgestellt.

Beide Routen haben ihre Vor- und Nachteile:

  • Route 1 mit seinen größeren Herausforderung durch Kultur und dem System im Iran, aber den Vorteil der kürzeren Strecke in Turkmenistan (nur 1/3 der Strecke ist Wüste).
  • Route 2 ist in Georgien und Aserbaidschan einfacher zu fahren, die Fähre über das Kaspische Meer fährt aber nicht täglich von Baku nach Turkmenbaschi (wetterabhängig und dauert einen Tag) und die Strecke in Turkmenistan ist 3mal (1500km) länger und führt komplett durch die Karakum Wüste. Mit meinem 5 Tage Visa für T schon ziemlich eng!

Der Grenzübergang nach Turkmenistan ist auf turkmenischer Seite an beiden Übergängen, vom Iran als auch von Aserbaidschan aus, schwierig laut Reiseberichten.

Hab mich für Route 1 entschieden und zudem kann ich mir dann auch Tabriz und Mashhad ansehen. Teheran lasse ich noch offen, mal sehen wie es bis dahin funktioniert hat und wie ich mich fühle.

Nach meiner Planung möchte ich am 1.6. in Tabriz im Iran sein und mich mit meinem Guide treffen.

Im Iran und Turkmenistan werde ich mein Reisetagebuch nicht mehr online schreiben können, ich hoffe aber, dass der Track weiterhin funktioniert und ihr euch keine Sorgen machen müsst.

Den Reisepass mit den noch fehlenden Visa in den Händen, endlich!

Heute am 20.5. um 9:30 bin ich zum 2ten Mal im Generalkonsulat in Istanbul.
Die Lady am Schalter sagt mir ganz locker, ihr Pass ist mit dem Kurier leider nicht mitgekommen. Wenn er heute um 12:00 nicht mit dabei ist, müssen sie 14 Tage warten, weil der Kurierdienst nächste Woche nicht kommt und wir schließen heute um 11:30.

Sendepause (besonders emphatisch fand ich das jetzt nicht)!!

Nachdem ich mindestens 3 Mal geschluckt habe, habe ich der Lady in Ruhe meine Situation erklärt und etliche Alternativen durchgespielt. Sie hat sich erweichen lassen und mir einen Termin 2 Std. nach Schalterschluss gegeben…
Noch mal 5 Std. warten :(.

Nachdem ich zum verabredeten Zeitpunkt wieder am Konsulat bin, kommt das nächste Hindernis. Versucht mal nach Schalterschluss an der Security eines Konsulats vorbei zu kommen, das hat mindestens noch mal eine 1/2 Stunden gedauert, aber ein türkischer Landsmann hat zum Glück irgendwie Mitleid und über seinen "Chef Chef" hat es dann geklappt.
Da man mich jetzt schon kannte, bin ich ohne weitere Formalitäten zum Passschalter gekommen und siehe da, die Lady hatte meinen Pass in der Hand und händigt ihn mir nach Unterschrift von 2 Formularen aus.

Ihr glaubt gar nicht, wie erleichtert ich bin:) :). Irgendwie viel Glück gehabt.

PS: Das Generalkonsulat scheint doch besser zu sein, als ihr Chef.

Turkmenisches Visum und Plan C mit Unterstützung der Gemeinde Aerzen

Endlich ist der 2. Pass mit dem turkmenischen und iranischen Visum von der Visa-Agentur Spomer in Aerzen angekommen, alles in allen 4 Wochen zu spät (die Anträge laufen seit Ende Dez.).

Nach Rücksprache mit dem deutschen Generalkonsulat in Istanbul muss der Pass per Kurier durch die Gemeinde Aerzen an die deutsche Botschaft in Berlin und dann weiter zum Generalkonsulat in Istanbul geschickt werden (die Botschaften nehmen keine Privatpost an). Dank der sehr hilfsbereiten Gemeinde, insbesondere von Andreas, ist der Pass nun auf dem Weg. Andreas und Marie-Theres danke, ich bin sehr erleichtert. In der nächsten Woche werde ich dort mal vorbeischauen.

Erfahrung mit der Ausrüstung

Die Ausrüstung hat bisher recht gut funktioniert: Smartphone mit Skype und WLAN für günstiges tel., das Wlan war bisher fast überall vorhanden, Email und Nachrichten per Internet, USB-Ladestation im Tankrucksack tut seine Dienste, USB-Stick mit „portable apps“ gibt einem die gewohnten Programme und Tools. Bisher ausgefallen ist die Kamera, fotografiere jetzt halt immer mit Smartphone, geht auch. Schwierig ist die Gepäckhalterung, sie begrenzt den Federweg des Hinterrades. Werde ich wahrscheinlich in der Türkei modifizieren müssen.

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Kleine Zwischenbilanz bevor es nach Montenegro und Albanien geht

Bis jetzt bin ich 2.200km gefahren und habe 5 Grenzen überschritten. Da ich in Kroatien einige Sehenswürdigkeiten wie das wilde Velebit, die Plitwitzer Seen, Krks Wasserfälle, den höchsten Berg Kroatien Sv. Jure und die Cetina Schluchten bei Omis vorher schon mal besichtigt habe, bin ich jetzt fast direkt nach Dubrovnik gefahren. Dubrovnik als Weltkulturerbe habe ich mir näher angesehen, s. eigenen Eintrag.

Ab morgen geht es dann auf nach Montenegro und Albanien. Die Komfortzone wird sich wahrscheinlich deutlich ändern, mal sehen!?

Für morgen sieht der Wetterbericht wieder gut aus, Sonnenschein und 20 Grad.

Reisevorbereitungen, der Countdown

Mein Abenteuer Seidenstrasse und ein bisschen mehr

Homepage: www.jolaae.de

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Foto in Samarkand (auf Seide gemalt)

Die Reiseidee
Die Seidenstrasse von der Türkei
über den Iran, Turkmenistan, Uzbekistan bis nach Kirgisien zu erleben und die Lebensweisen der Menschen, die
unterschiedlichen Kulturen und Jahrtausend alten Karawansereien und religiösen
Stätten zu besichtigen, ist seit Jahren ein großer Traum von mir.

Das Motorrad scheint mir das geeignete Mittel zu sein, individuell und auf
eigene Faust das Abenteuer zu wagen.

Reisevorbereitungen chronologisch:
Hier habe ich nach meiner Meinung die wichtigsten vorbereitenden Aktivitäten
der Reise grob beschrieben.

Navigation und Routenplanung, Juni – Nov. 2010
Die Streckenplanung hat mich bisher am meisten beschäftigt. Angefangen,
welches Kartenmaterial muss ich mitnehmen, um auch unabhängig vom
Navigationssystem zurechtkommen zu können, dann die Grenzübergänge und die Formalien in den jeweiligen Ländern heraus zu bekommen. Welches Navigationssystem ist das
Richtige, das sowohl eine gute Kartenabdeckung als auch genügend robust für
die Reise ist? Ich habe mich für Garmin entschieden, das Zümo 660 und als
redundantes System (bei Ausfall des Zümo 660) das Outdoorgerät etrex HCx.
Dann wurden die Routen (Autorouting) und die Tracks (für Länder, in denen
keine routingfähige Karten erhältlich sind) ausgearbeitet, eine wahre
Sisyphusarbeit.

Visumanträge, Dez. 2010
Für die Reise durch die Länder Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisien,
Tadschikistan, Kasachstan und Russland sind entsprechende Visa erforderlich.
Damit kein zeitlicher Stress aufkommt und auch die Lauferei unterbleibt,
habe ich eine Visa- Agentur eingeschaltet. In Summe sind es 10 Visa-Anträge.
Für die zeitliche Planung (Roadbook) hat sich dabei herausgestellt, dass
Turkmenistan zeitlich kritisch ist mit einem (nur) 7 Tage Visum und genauer
Terminierung sowie der Benennung der Grenzübertritte.

Impfplan, Dez. 2010:
Um den nötigen Schutz vor typischen Ansteckungen und Reisekrankheiten in
Zentralasien aufzubauen, haben meine Frau und ich einen Impfplan vom Arzt
ausarbeiten lassen und uns der Impfungen unterzogen. Wichtig ist hierbei,
dass ein genügend großer Zeitraum vor Reisebeginn besteht, um evtl.
Komplikationen auskurieren zu können (4 – 6 Monate).

Versicherungen, Dez. 2010
Die versicherungstechnischen Fragen sind mehrschichtig: z. B. die
Langzeitauslandskrankenversicherung für die persönliche Absicherung sowie die Pannenhilfe für Zentral Asien. Hier spielt die europäische –
asiatische Grenze eine wichtige Rolle, gemeint ist hier der Ural als
versicherungstechnisch relevante Grenze. Hier hat uns der ADAC spezielle
Pakete angeboten.

Um bei einem Unfall oder bei einer Panne unabhängig von Mobilfunknetzen zu
sein und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, habe ich mich für ein
Tracksystem mit Satellitenkommunikation vom Hersteller "Findmespot"
entschieden.

Fitnessplan, Jan. – April 2011
Zur körperlichen Fitness haben meine Frau und ich uns beim ortsansässigen
Fitness-Center, dem Twinfit, beraten lassen und uns auf einen Trainings-Plan
festgelegt. Jetzt geht es 2 – 3 Mal die Woche ins Fitness-Center in den
Milon Zirkel. Der Anfang ist geschafft! Ein spezielles Training für
Motorradfahrer absolviere ich nicht. Ich denke, eine gute Verfassung in
Kraft und Ausdauer zu haben, ist die richtige Grundlage.

Motorradcheck und Schrauber Fähigkeiten, Feb. 2011
An meinem Motorrad, einer BMW R850GS lässt sich wenig speziell vorbereiten
außer die üblichen Maßnahmen wie, Sturzbügel, Ständerverbreiterung,
Scheinwerferschutz, Lenkeranschlagpuffer, Kat. heraus genommen, Kofferhalter
für ZEGA Koffer, Enduro Reifen, Handprotektoren und eine Ladestation für die
Elektronik (Fotoapparat, Handy und Navi).
Mit der Werkstatt, BMW Fuchs in Hameln, habe ich eine umfassende
Winterinspektion vereinbart. Um auf der Reise auch mal Hand anlegen zu
können, habe ich mir ein entsprechendes Schrauberbuch besorgt (BMW Wartung
und Reparatur). Dies wird auch auf die Reise mitgenommen, trotz Gewicht und
Platzbedarf.

Fahrsicherheitstraining ADAC, April 2011
Um den eigenen Fahrstil weiter auszufeilen und die verschiedenen
Fahrsituationen im Vorfeld genügend zu üben, habe ich mich für ein
Fahrsicherheitstraining beim ADAC in Hannover angemeldet. Natürlich mit voll
beladener Maschine, um so auch das Maschinengewichtsgefühl zu haben.