Erlebnis in Ardabil

Auf der Weiterfahrt von Tabriz nach Ardabil.
Als ich so gegen 19:00 in Ardabil ankomme, muss ich nach einer Std. vergeblicher Hotelsuche feststellen, dass alle Hotels in der Stadt belegt sind. Im Iran sind 3 Tage Ferien und wer kann, ist unterwegs. Ein wenig ratlos stehe ich irgendwo auf einem Parkplatz und werde mal wieder von Jemand angesprochen, ob ich Hilfe benötige. Leider spricht der Herr kein Englisch oder Deutsch. Er gibt mir einfach sein Handy und auf der anderen Seite meldet sich eine Frauenstimme, der ich dann erklären kann, dass ich ein Hotel suche. Anschließend werde ich von dem Herrn durch die ganze Stadt hin und her geführt, aber mit dem gleichen Erfolg, alle Hotels sind belegt. Inzwischen ist es 21:00 und dunkel und dich werde allmählich unruhig. Der "nette" Herr bietet mir an, bei ihm privat zu übernachten. Nach einigem Zögern nehme ich an (bei jeder Klärung wurde die Frauenstimme am Handy bemüht).
So und jetzt noch einen sicheren Platz für mein Motorrad finden!
Wieder geht es in der Stadt hin und her und die Gegend wird immer finsterer. Endlich sind wir irgendwo angekommen und parken meine Betty in einer Garage. Dann steige ich in das Auto des Unbekannten und weiter geht’s. Die Kommunikation geht immer wechselweise über das Handy. Bald merke ich, dass der Herr angetrunken ist und er sehr launisch ist. Mir wird richtig mulmig, alle meine wichtigen Dokumente und auch mein Geld sind im Motorrad in irgendeiner Garage und ich merke, wie leichtsinnig ich war!
Nun versuche ich aus der Situation wieder herauszukommen und erkläre, dass ich es mir anders überlegt habe. Bei dem Mann tritt erst mal eine längere Sendepause ein, anschließend versucht er mich noch weiter zu überreden. Da ich aber weiter bestimmt und möglichst "selbstsicher" jetzt sofort zu meinem Motorrad gebracht werden will, bekommt er einen Wutausbruch. Irgendwann hat er aber eingelenkt und mich zu meinem Motorrad gebracht.
Als ich dann wieder nach glaube einer Std. wieder auf dem Motorrad sitze, bin ich sehr erleichtert, aber eine Bleibe habe ich immer noch nicht.
Ich entschließe mich zu einer Nachtfahrt nach Astara, 90km entfernt. Die Fahrt wird ziemlich anstrengend, hab aber das Ziel erreicht. Weiteres im nächsten Eintrag. Alles wird gut!

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